{"id":4307,"date":"2026-08-20T19:38:30","date_gmt":"2026-08-20T17:38:30","guid":{"rendered":"https:\/\/solidarity.international\/?p=4307"},"modified":"2026-08-20T19:38:56","modified_gmt":"2026-08-20T17:38:56","slug":"erinnerungskultur-von-unten-in-der-woche-der-solidarit-t-mit-anarchistischen-gefangenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/2026\/08\/20\/erinnerungskultur-von-unten-in-der-woche-der-solidarit-t-mit-anarchistischen-gefangenen\/","title":{"rendered":"Erinnerungskultur von Unten in der Woche der Solidarit\u00e4t mit Anarchistischen Gefangenen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir haben den <a href=\"https:\/\/potsdams.schwarze-tinte.info\/erinnerungskultur-von-unten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel \u00fcber Erinnerungskultur<\/a> aus Potsdam geschickt bekommen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die \u201eWeek of Solidarity with Anarchist Prisoners\u201c (WOSWAP) findet erneut statt, wie immer vom 23. bis 30. August. Die internationale Kampagne mit dem sperrigen Titel reicht bis 2013 zur\u00fcck. Ins Leben gerufen hat es das Anarchist Black Cross.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In summer 2013 members of several Anarchist Black Cross groups discussed the necessity of introducing an International Day for Anarchist Prisoners. Given there are already established dates for Political Prisoners Rights Day or Prison Justice Day, we found it important to emphasise the stories of our comrades as well. Many imprisoned anarchists will never be acknowledged as \u2018political prisoners\u2019 by formal human-rights organisations, because their sense of social justice is strictly limited to the capitalist laws which are designed to defend the State and prevent any real social change. At the same time, even within our individual communities, we know so little about the repression that exists in other countries, to say nothing of the names and cases involving many of our incarcerated comrades.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weltweit folgen Anarchist*innen diesem Aufruf nun seit 12 Jahren. Im Archiv der Website (<a href=\"https:\/\/solidarity.international\/\">https:\/\/solidarity.international\/<\/a>) sind vergangene Beitr\u00e4ge aus unterschiedlichen L\u00e4ndern gesammelt. Vielf\u00e4ltig sind dabei auch die Aktionsformen, die sich die Gruppen \u00fcberlegen. H\u00e4ufig sind passende Filmvorf\u00fchrungen in der Soliwoche wiederzufinden, oder Kundgebungen vor Gerichten und Kn\u00e4sten, aber auch Fotos mit Solibannern und Graffiti. Im Mittelpunkt steht nat\u00fcrlich die Kontaktaufnahme mit anarchistischen Gefangenen durch das Verfassen von Briefen. Jedes Jahr ver\u00f6ffentlicht WOSWAP eine aktualisierte Liste anarchistischer Gefangenen, dort vermerkt sind Namen, weswegen und wie lange die Personen eingesperrt sind, in welchem Gef\u00e4ngnis sie untergebracht sind und dementsprechend auch die Adresse. Hilfreiche Tipps und Antworten auf rechtliche Fragen stellt die Website auch zur Verf\u00fcgung, denn auch wenn Gef\u00e4ngnisse (in Deutschland) das Empfangen von Briefen zulassen, ist mit einer Pr\u00fcfung des Inhalts zu rechnen, das Briefgeheimnis kann aufgel\u00f6st werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese H\u00fcrden m\u00fcssen in Kauf genommen werden, immerhin machen diese Briefe und der Austausch mit der Au\u00dfenwelt einen riesigen Unterschied f\u00fcr Menschen hinter Gittern. Das Geschriebene m\u00fcssen auch keine hochkomplexen \u00dcberlegungen sein, das \u00fcberfordert nur alle. Geschichten aus dem eigenen Alltag und simple Informationen \u00fcber einen selbst k\u00f6nnen schon helfen, um ein Gef\u00fchl au\u00dferhalb der Mauern zu bewahren. Wichtig ist die eigene Schreibverf\u00fcgbarkeit zu markieren. Ist die Bem\u00fchung vorhanden, im regelm\u00e4\u00dfigen Schreibkontakt zu bleiben? Oder handelt es sich um einmalige Solidarit\u00e4tsbekundungen? Sehr zu empfehlen ist das Mitsenden von Briefmarken (dazu die zul\u00e4ssige Anzahl beim Gef\u00e4ngnis recherchieren), denn daf\u00fcr m\u00fcssen Insassen sonst selbst aufkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Briefe an politische Gefangene zu schreiben, in diesem Fall Anarchist*innen, ist eine sehr sinnvolle Praxis. Nicht nur macht es die Zeit im Knast ertr\u00e4glicher, es zeigt auch, dass der Zusammenhalt an den Gef\u00e4ngnismauern nicht endet. Das Prinzip der Strafe ist bereits in seinen Grundz\u00fcgen unterkomplex, es ist Ausdruck von Unf\u00e4higkeit, eine gesellschaftliche Bankrotterkl\u00e4rung. Mit Machtdemonstration und Abschreckung verschleiert es die eigene \u00dcberforderung. Wenn der Staat straft und Personen f\u00fcr etliche Jahre der \u201eFreiheit entzieht\u201c, dann handelt es sich um Rache mit dem Motiv der moralischen \u00dcberlegenheit. Aber unsere eingesperrten Genoss*innen m\u00fcssen nicht alleine damit klarkommen und es gibt dem auch eine gewisse Sicherheit, zu wissen, dass die menschliche Verbindung nicht aufh\u00f6rt zu existieren, nur weil Knastmauern uns trennen. Es sollte noch selbstverst\u00e4ndlicher und vor allem praktisch umgesetzt werden, diese M\u00f6glichkeit innerhalb der anarchistischen Bewegung auszusch\u00f6pfen. Es lohnt sich, uns gegenseitig zu ermutigen mit dem Briefeschreiben anzufangen. So wird Vertrauen und Zuversicht aufgebaut, bevor es uns selbst erwischt und wir auf die Kontaktaufnahme anderer angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(\u2026) Es sind die anarchistischen Gefangenen, die daran erinnern, dass Repression immer auch politisch ist. Wer Herrschaft grunds\u00e4tzlich infrage stellt, bekommt die Macht des Staates in besonders nachdr\u00fccklicher Weise zu sp\u00fcren. Um so wichtiger ist praktizierte Solidarit\u00e4t: Postkarten und Briefe sind ein erster Anfang. Sie vermitteln Gefangenen, dass an sie gedacht wird, sie nicht vergessen sind. Mir haben die vielen Zuschriften sowie der gedankliche Austausch per Brief, auch wenn er von der Haftanstalt streng \u00fcberwacht wurde, geholfen zu \u00fcberleben. In manchen F\u00e4llen sind sogar Freundschaften daraus erwachsen, die noch heute fortbestehen. Die Internationale Woche der Solidarit\u00e4t erinnert daran, dass wir gemeinsam die Freiheit verteidigen. F\u00fcr und mit den Menschen hinter Gittern. Es ist unsere Solidarit\u00e4t, welche die Isolation durchbricht. Deshalb ist die Internationale Woche der Solidarit\u00e4t mit anarchistischen Gefangenen auch viel mehr als eine Geste gegen\u00fcber Einzelnen. Sie ist eine Erinnerung daran, dass Freiheit unteilbar ist. Dass Mauern nicht nur Gef\u00e4ngnisse umgeben. Ich habe nach fast drei Jahrzehnten in Haft erlebt, wie sehr, die \u00e4u\u00dferen Mauern in mich eingedrungen sind, seelisch wie k\u00f6rperlich. Sich anschlie\u00dfend hiervon zu befreien, das ist ein langwierige Prozess- doch gelingt dieser in einem solidarischen Umfeld eher, als in der K\u00e4lte der Einsamkeit. Die Mauern werden nicht morgen und auch nicht \u00fcbermorgen verschwunden sein, vermutlich wird es die Internationale Woche der Solidarit\u00e4t noch viele Jahre geben. Manchen Menschen mag es wenig erscheinen was solch eine Soliwoche bewegt. Aber ohne dieses Wenige bleibt alles, wie es ist.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Auszug stammt von Thomas Meyer-Falk, der 2023 nach 27 Jahren Haft entlassen worden ist und f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Solidarit\u00e4tswoche, seine Gedanken zur Knastsolidarit\u00e4t teilte. Die Woche der Solidarit\u00e4t mit Anarchistischen Gefangenen bietet sich daher perfekt f\u00fcr alle Gruppen an, die diesem Thema die notwendige Aufmerksamkeit geben wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Potsdamer Gruppen beteiligen sich seit einigen Jahren ebenfalls an der WOSWAP, so wurde 2023 der koreanische Film \u201eAnarchist from Colony\u201c gezeigt. Ein Historiendrama \u00fcber die Anarchist*innen Kaneko Fumiko und Pak Yol. Anfang des 20. Jahrhunderts, als Korea vom Japansichen Kaiserreich besetzt war, lernen sich die beiden kennen, verlieben sich, planen einen Anschlag auf den japanischen Kronprinzen Hirohito. Als ein Erdbeben die Kanto Region ersch\u00fcttert, macht die japanische Regierung Stimmung gegen die koreanische Bev\u00f6lkerung, es wird behauptet, sie z\u00fcnden Geb\u00e4ude an und vergiften Brunnen. Daraufhin jagen Reaktion\u00e4re alle, die sie als nicht japanisch einstufen. \u00dcber 6000 Koreaner*innen werden in einem rassistischen Massaker ermordet. Auch anarchistische und sozialistische Gruppen geraten in die Schusslinie, dabei werden Kaneko Fumiko und Pak Yol verhaftet, sie kommen vors Gericht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Prozess nutzt das anarchistische Paar als \u00f6ffentliche B\u00fchne um auf das Massker aufmerksam zu machen und die internationale Presse berichtet. Wenige Tage vor der richterlichen Urteilsverk\u00fcndung, heiraten die Angeklagten. F\u00fcr Kaneko Fumiko schien das au\u00dfergw\u00f6hnlich, offiziell stand sie der damaligen feministischen Bewegung nie nahe, doch kritisierte sie vehement den gesellschaftlichen Sexismus. Der ihr zugeteilten \u201eRolle\u201c als Frau wollte sie sich nicht hingeben, einem Mann nie untergeordnet sein und auch die geschlechtlichen Hierarchien in sozialistischen Gruppen prangerte sie an. Gewertet werden kann diese Entscheidung als ironische Inszenierung. Die durch das japanische Kaiserreich frisch verm\u00e4hlten, hatten von eben dieser Institution die Todesstrafe zu erwarten, ob zu Lebzeiten oder im Tod, ihre K\u00f6rper geh\u00f6ren der Imperialmacht. In der filmischen Adaption wird dar\u00fcber hinaus die Eheschlie\u00dfung mit der M\u00f6glichkeit begr\u00fcndet, dass Kaneko Fumiko und Pak Yol trotz Trennung w\u00e4hrend der Haft, nach der Exekution gemeinsam begraben werden m\u00fcssen, als Verheiratete. Allerdings wird die Hinrichtung verhindert, eine kaiserliche Begnadigung \u201ereduziert\u201c die Strafe auf lebenslang. F\u00fcr Kaneko Fumiko eine ersch\u00fctternde Entwicklung, sie wertet es als scheinheilige Gef\u00e4lligkeit, als perfide Selbstdarstellung des Kaisers. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Niederlage der Achsenm\u00e4chte wird Pak Yol von den Alliierten befreit, doch seine Frau ist w\u00e4hrend der Haft gestorben. Offiziell lautet die Todesursache Suizid. Ihre engsten Vertrauten zweifelten die Begr\u00fcndung an und unterstellten Mord, die Umst\u00e4nde seien zu verd\u00e4chtig. Selbstmord w\u00fcrde allerdings auch zur Kaneko Fumikos rebellischen Art passen, als R\u00fcckgewinnung der Autonomie. Posthum wurden ihre Memoiren ver\u00f6ffentlicht, die sie noch w\u00e4hrend der Haft verfasst hat. Ins Englische \u00fcbersetzt findet man die Schrift unter dem Titel \u201eThe Prison Memoirs of a Japanese Woman\u201c. Datiert ist ihr Todestag auf den 23. Juli 1926, zuf\u00e4lligerweise genau einen Monat und ein Jahr vor der Hinrichtung der italienischen Anarchist*innen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 23. August 1927 wurden Sacco und Vanzetti ermordet, von der US amerikanischen Justiz in Charlestown, Massachusetts, auf dem elektrischen Stuhl. Vermutlich greift der Startpunkt der Woche der Solidarit\u00e4t mit Anarchistischen Gefangenen den Wiedererkennungsfaktor dieses Falls auf. Sp\u00e4testens 1971, mit Erscheinen des Films \u201eSacco e Vanzetti\u201c (der auch gerne w\u00e4hrend der WOSWAP gezeigt wird), gewann dieses einschneidende Erlebnis der anarchistischen Geschichte erneute Popularit\u00e4t. Besonders dazu beigetragen hat vermutlich der Soundtrack und der darin enthaltene Song \u201eHeres to You\u201c. W\u00e4hrend Ennio Morricone die melancholische Melodie komponierte, die leicht ins Ohr geht und dort auch bleibt, hat Joan Baez den einpr\u00e4gsamen, aber wirkungsvollen Text verfasst und eingesungen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Here\u2019s to you, Nicola and Bart<br>Rest forever here in our hearts<br>The last and final moment is yours<br>That agony is your triumph<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier simple Zeilen, Joan Baez kraftvolle Stimme und eine unverwechselbare Melodie machen dieses Lied zu einer Hymne des Anarchismus und einem Welthit der 70er. Dar\u00fcber hinaus findet dieser Tribut sich in der Popkultur wieder. Die Videospielreihe Metal Gear Solid lie\u00df extra eine Coverversion vertonen und der Liedermacher Franz Josef Degenhardt sang eine deutsche Interpretation mit f\u00fcnfter Zeile. Aber besonders sch\u00f6n ist das Beispiel der Ost Punkband \u201eDer Schwarze Kanal\u201c, die die pr\u00e4gnante Melodie in ihren Riffs referieren, um das Konzept der direkten Aktion in den Mittelpunkt ihrer Widmung zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist faszinierend, welchen Beitrag k\u00fcnstlerische Aufarbeitungen leisten k\u00f6nnen zur anarchistischen Gedenkkultur. Vor ihrem Prozess waren Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti nicht die prominentesten Vertreter des Anarchismus. Organisiert waren die beiden Kriegsdienstverweigerer in der Arbeiterbewegung und fielen als italienische Immigranten der rassistischen Willk\u00fcr des US amerikanischen Justizsystems zum Opfer. Verurteilt f\u00fcr eine Tat, die ihnen nicht nachgewiesen werden konnte, sollten sie auf dem elektrischen Stuhl landen. Damals sorgte das f\u00fcr eine Welle der Emp\u00f6rung und f\u00fchrte zu weltweiten Massendemonstrationen. Einhundert Jahre ist es her und noch immer wird an zwei gew\u00f6hnliche Anarchisten in Film, Ton und Lyrik gedacht. Als wahrscheinlich einziger Ort in Deutschland ist in der Gemeinde Birkenwerder im Norden Brandenburgs sogar eine Stra\u00dfe benannt nach Sacco und Vanzetti.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist auch \u201eLa ballata del Pinelli\u201c, eine musikalische Auseinandersetzung die auf herzergreifende Art, den tragischen Tod von Giuseppe \u201ePino\u201c Pinelli besingt. Bei einem Polizeiverh\u00f6r in Mailand im Jahr 1969, st\u00fcrzte der Anarchist und Sekret\u00e4r der italienischen Sektion des Anarchist Black Cross aus dem vierten Stock des Polizeigeb\u00e4udes. Verd\u00e4chtigt wurde er f\u00fcr einen Bombenanschlag, der wie sich sp\u00e4ter herausstellte, von der neofaschistischen Gruppe \u201eOrdine Nuovo\u201c ausge\u00fcbt wurde. Die drei Polizeibeamten, die ihn illegaler Weise f\u00fcr drei Tage ohne richterlichen Beschluss verh\u00f6rt hatten, wurden des Mordes bezichtigt, aber aufgrund von Mangel an Beweisen freigesprochen. Die offizielle Begr\u00fcndung des Selbstmords wird noch heute zurecht angezweifelt und es wird angenommen, dass die Polizisten, w\u00e4hrend des Verh\u00f6rs Pinelli aus dem offenen Fenster trieben. Inspiriert von diesem Ereignis entstand das Theaterst\u00fcck \u201eZuf\u00e4lliger Tod eines Anarchisten\u201c und zu Ehren Pinellis kreierte der K\u00fcnstler Enrico Baj die Installation \u201eThe Funeral of the Anarchist Pinelli\u201c. K\u00fcnstlerische W\u00fcrdigungen wie diese halten das Gedenken an unsere Genoss*innen am Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin liegt eine Kraft, die wir entfesseln k\u00f6nnen als Anarchist*innen. Eine allgemeine Solidarit\u00e4t und Erinnerungskultur von Unten, mit der Niemand in Vergessenheit geriet. Schon gar nicht die anarchistischen Gefangenen um die es gehen soll vom 23. bis 30. August.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dfen wir uns der Woche der Solidarit\u00e4t mit Anarchistischen Gefangenen an, entwickeln Brieffreundschaften, motivieren unsere Genoss*innen es ebenfalls zu tun. Lasst uns kreativ werden, Comix malen, Gedichte schreiben, Theaterst\u00fccke inszenieren, damit auch zuk\u00fcnftige Generationen von unserem Kampf erfahren und der Ungerechtigkeit, die unsere gefangenen Geschwister im Knast erdulden m\u00fcssen. Die Botschaft l\u00e4sst sich auch direkt auf die Stra\u00dfe transportieren, mit Kundgebungen und Demonstrationen, am besten direkt vor der Haftanstalt. Niedrigschwellig k\u00f6nnen auch Filmabende organisiert werden, passendes Material gibt es gen\u00fcgend und es l\u00e4dt zum direkten Austausch ein, \u00fcber vergangene und gegenw\u00e4rtige F\u00e4lle und welche Art der Unterst\u00fctzung es bedarf. Ende August finden auch immer die Pirata Wars Potsdam statt. Tags\u00fcber gibt es Pirat<em>*<\/em>innenspa\u00df und \u201eSeeschlachten\u201c mit selbstgebauten Booten auf der Havel und abends Konzerte, bei denen letztes Jahr Geld gesammelt wurde f\u00fcr das Anarchist Black Cross Berlin. Aktionen gegen Repression und Gefangenenunterst\u00fctzung k\u00f6nnen vielseitig aussehen, direkt oder indirekt funktionieren, mit Spa\u00df verbunden sein, oder den n\u00f6tigen Ernst behalten. Nutzen wir die M\u00f6glichkeiten, die wir haben, ob sie gro\u00df sind oder klein, am Ende z\u00e4hlt die Kollektivwirkung und der ausgestrahlte Lichtblick, der den anarchistischen Gefangenen gilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Planst du oder deine Gruppe eine Veranstaltung f\u00fcr die Woche der Solidarit\u00e4t mit anarchistischen Gefangenen, oder habt ein Solifoto, dass ihr, teilen wollt, dann schreibt eine Mail an: tillallarefree(at)riseup.net und wenn es dieses Jahr nichts wird, wird sich in Zukunft bestimmt die Chance ergeben. Leider besteht das derzeitige Herrschaftssystem noch und die Repressionen und Kriminalisierungen von Anarchist*innen werden nur mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klassenjustiz und die rassistischen Verh\u00e4ltnisse werden zunehmen und die Gef\u00e4ngnisse voller. Doch egal welche Regierung an der Macht ist, der massive Ausbau von \u00dcberwachung und Kontrolle ist bereits bei den \u201edemokratischen\u201c Parteien im vollen Gange. Wir m\u00fcssen nicht darauf warten, dass es schlimmer wird, schlimm war es schon immer. Eingesperrt wurden unsere Genoss<em>*<\/em>innen schon vor mehr als zehn Jahren. Wie wollen wir uns gegenw\u00e4rtig organisieren und auf was hoffen wir f\u00fcr die Zukunft? Vom herrschenden System, den Parteien und dem Parlament haben wir nichts zu erwarten. Verlassen k\u00f6nnen wir uns nur auf uns selbst, im Aufbau einer gerechteren, herrschaftsfreien Welt mit unseren Mitmenschen und bis dahin gilt: <strong>No one is free, till all are free!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben den Artikel \u00fcber Erinnerungskultur aus Potsdam geschickt bekommen. Die \u201eWeek of Solidarity with Anarchist Prisoners\u201c (WOSWAP) findet erneut statt, wie immer vom 23. bis 30. August. 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