{"id":1526,"date":"2021-08-07T22:01:32","date_gmt":"2021-08-07T20:01:32","guid":{"rendered":"https:\/\/solidarity.international\/?p=1526"},"modified":"2021-08-26T18:34:19","modified_gmt":"2021-08-26T16:34:19","slug":"statement-fur-die-internationale-woche-der-solidaritat-von-thomas-meyer-falk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/2021\/08\/07\/statement-fur-die-internationale-woche-der-solidaritat-von-thomas-meyer-falk\/","title":{"rendered":"Statement f\u00fcr die Internationale Woche der Solidarit\u00e4t von Thomas Meyer-Falk"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Gesellschaft frei von Herrschaft zu streiten und zu k\u00e4mpfen kann dazu f\u00fchren, dass Menschen in die Verliese der jeweiligen Regime geworfen werden. Dort sollen die K\u00f6rper auf engstem Raum eingesperrt und der widerst\u00e4ndige Geist in Ketten gelegt, an die kahlen Betonw\u00e4nde geschmiedet werden.<\/p>\n<p>Wer nicht bereit ist sich zu unterwerfen, dem droht eine lange, eine sehr lange Zeit hinter Gittern. Aber es sind Aktionswochen wie jetzt im August 2021, die ein Band kn\u00fcpfen zwischen den Menschen vor und jenen hinter den Gef\u00e4ngnismauern. Eine Verbundenheit zwischen Menschen, deren Herz f\u00fcr Befreiung und f\u00fcr Freiheit schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Eine der Herausforderungen scheint mir zu sein, eine lebendige<br \/>\nSolidarit\u00e4tsbewegung \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume intakt zu halten, denn auch wenn immer mehr Staaten offiziell auf die Todesstrafe verzichten, gehen sie dazu \u00fcber Menschen auf Jahrzehnte hin wegzuschlie\u00dfen. Was f\u00fcr manche als eine noch viel schlimmere Strafe erscheinen mag, die schier ewig dauernde Wegsperrung. Um den Menschen in den Kn\u00e4sten zu helfen die Hoffnung am pulsieren zu halten, aber auch zugleich jenen Genoss*innen die aktiv vor den Mauern k\u00e4mpfen die Gewissheit zu geben, sie werden niemals vergessen werden, k\u00f6nnen Aktionswochen ein essentielles Mittel<br \/>\nder Bekr\u00e4ftigung sein!<\/p>\n<p>Ich selbst wurde im Oktober 1996 verhaftet, nach Stuttgart-Stammheim eingeliefert, und sa\u00df die ersten 11 Jahre in Isolationshaft (in der Gesetzessprache hie\u00df das \u201eEinzelhaft: unausgesetzte Absonderung von anderen Insassen\u201c). Obwohl die ein-\/ausgehenden Briefe von der Knastleitung mitgelesen, vielfach auch kopiert wurden, waren diese Briefe ein Band zu den Menschen drau\u00dfen. Das hat solch eine Kraft gegeben, in Worten l\u00e4sst sich dies nicht wirklich beschreiben.<\/p>\n<p>Je \u00f6fters heutzutage auf konkrete physische Gewalt in den modernen<br \/>\nKerkern verzichtet werden mag, umso mehr geraten Hoffnungslosigkeit, Verlassenheit, Isoliertheit zu den Waffen des Regimes mit welchem die Genoss*innen zerbrochen werden wollen.<\/p>\n<p>Dem etwas lautstarkes und k\u00e4mpferisches entgegen zu setzen, auch daf\u00fcr steht in meinen Augen die \u201eWeek of Solidarity\u201c.<\/p>\n<p>Thomas Meyer-Falk, z.Zt. Justizvollzugsanstalt (SV)<br \/>\nHermann-Herder-Str. 8, 79104 Freiburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/freedomforthomas.wordpress.com\">https:\/\/freedomforthomas.wordpress.com<\/a><br \/>\nQuelle: Brief<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Gesellschaft frei von Herrschaft zu streiten und zu k\u00e4mpfen kann dazu f\u00fchren, dass Menschen in die Verliese der jeweiligen Regime geworfen werden. 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