{"id":1372,"date":"2020-08-23T10:11:00","date_gmt":"2020-08-23T08:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/solidarity.international\/?p=1372"},"modified":"2020-08-20T10:21:42","modified_gmt":"2020-08-20T08:21:42","slug":"text-von-thomas-meyer-falk-zur-soli-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/2020\/08\/23\/text-von-thomas-meyer-falk-zur-soli-woche\/","title":{"rendered":"Text von Thomas Meyer-Falk zur Soli-Woche"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Karikature von G\u00fcnther\u00a0Finneisen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kn\u00e4ste sind Orte der Dunkelheit, der Finsternis, wirkliches Leben kann dort nicht gedeihen. Denn was ist das \u201ewirkliches Leben\u201c!?  Es ist eines in Freiheit, eingebunden in freundschaftliche Beziehungen, sich selbst als Individuum erlebend. Weil wir selbst leben-  und nicht gelebt werden. Nicht umsonst ist Gef\u00e4ngniskritik deshalb immer auch grundlegende Gesellschafts- und Systemkritik, denn innerhalb der Gef\u00e4ngnismauern herrschen dieselben Mechanismen wie vor den Toren, nur in einer vielfach versch\u00e4rften Form. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Soliwoche von ABC f\u00fcr anarchistische Gefangene findet in einer durch die Corona-Pandemie gepr\u00e4gten Zeit statt. Gerade die Pandemie legt noch einmal deutlich die Ungerechtigkeiten offen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Angeh\u00f6rige marginalisierter gesellschaftlicher Gruppen haben ein \u00fcberproportional h\u00f6heres Infektions- , Erkrankungs- und Sterberisiko (was aber auch au\u00dferhalb von Pandemiezeiten gilt, nur aktuell besonders klar zu Tage tritt). Und wer im Knast sitzt, ist noch verletzlicher, weil die Rahmenbedingungen, worauf auch die Gefangenengewerkschaft (GG\/BO) unerm\u00fcdlich hinweist, vielfach ziemlich mies sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Aktionswochen sind viel mehr als blo\u00dfe Rituale, denn ABC wirkt damit immer auch in die Gesamtgesellschaft hinein \u2013 und Kn\u00e4ste abschaffen, das ist ein megadickes Brett das wir da bohren, denn es bedeutet die gegenw\u00e4rtige Gesellschaft \u00fcberwinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Herzschlagende und solidarische Gr\u00fc\u00dfe aus Freiburg <\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Meyer-Falk<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcber sich selbst: am 15. mai 1971 geboren, sitze ich seit der festnahme 1996 in haft, erst in isohaft in stuttgart stammheim bis fr\u00fchling 1998, dann etwas \u201egelockert\u201c im bayrischen<br>straubing, seit herbst 1998 in isohaft in bruchsal. verurteilt wurde ich 1997 wegen eines bankraubs mit geiselnahme, anl\u00e4sslich dessen geld f\u00fcr legale und illegale linke politische projekte organisiert werden sollte. ich bin ein so genannter red-skin \/ rash = red &amp; anarchist skinhead und da ich mich mitunter deutlich ausdr\u00fccke, erfolgten 2000 und 2004 weitere verurteilungen wegen n\u00f6tigung, beleidigungen, bedrohungen \u2013 wie die juristen es nennen \u2013 \u201ezum nachteil\u201c von vollzugsjuristen, richtern, staatsanw\u00e4lten, sowie ein paar politikern (u.a. bundeskanzler schr\u00f6der, bayrischer innenminister beckstein, hessischer ministerpr\u00e4sident koch). insgesamt stehen 16 jahre 9 monate und drei wochen freiheitsstrafe an (ende 2013) und danach sicherungsverwahrung, d.h. eine entlassung ist unabsehbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Infos, Texte und Ver\u00f6ffentlichungen: <a href=\"https:\/\/freedomforthomas.wordpress.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/freedomforthomas.wordpress.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karikature von G\u00fcnther\u00a0Finneisen Kn\u00e4ste sind Orte der Dunkelheit, der Finsternis, wirkliches Leben kann dort nicht gedeihen. Denn was ist das \u201ewirkliches Leben\u201c!? Es ist eines in Freiheit, eingebunden in freundschaftliche Beziehungen, sich selbst als Individuum erlebend. Weil wir selbst leben- und nicht gelebt werden. Nicht umsonst ist Gef\u00e4ngniskritik deshalb immer auch grundlegende Gesellschafts- und Systemkritik, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1368,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[96],"tags":[],"class_list":["post-1372","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1372"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1380,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1372\/revisions\/1380"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1368"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/solidarity.international\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}